Westricher Moorniederung


Die mystische Moorniederung trägt hier zu Lande viele Namen: „Westricher Moorniederung“, „Westpfälzische Moorniederung“ oder „Landstuhler Bruch“ - ist von den Einheimischen zu hören. Die 30 Kilometer lange und 7 Kilometer breite Senke liegt zwischen Pfälzer Bergland, Sickinger Höhe und Pfälzerwald und ist einzigartig für die Region. Naturschutzgebiete, Landwirtschaft und Erholung finden hier einen Einklang.

 

Kaum zu glauben: Blickte man im Mittelalter von den Hügeln der Sickinger Höhe in Richtung des Pfälzer Berglandes, so stand man am Rande des größten Wooges in der Region. Der "Scheideberger Woog". Ein 4 Meter hoher Staudamm zwischen Miesau und Hütschenhausen staute das Wasser. Die Benediktiner- und Zisterziensermönche nutzten die aufgestauten Wasserquellen und Bachläufe zur Fichzucht.

 

Nach der Ablassung des Wooges zeigte sich eine von ausgedehnten Sümpfen durchzogene Wildnis. Nur über schmale Knüppeldämme konnte man die fast menschenleere Sumpfregion durchqueren. Beim Hochwasser im Frühjahr halfen auch die Dämme nichts mehr – dann hieß es Muskelkraft beweisen, beim Rudern in Booten. 

 

Ende des 18. Jahrhunderts setzte die Torfgewinnung ein. Nach und nach sank der Grundwasserspiegel und die Landschaft erhielt ein neues Gesicht. Die uns bekannten weiten Wiesen, Ackerflächen und kleine Wäldchen sind an die Stelle der tückischen Sümpfe getreten.

 

Doch nicht nur mittels Torfabbau wurde das Moor kultiviert. Aus Besenginster und Korbweide stellte man Besen und Körbe her, aus den Kiefernwäldchen wurde Harz gewonnen und verwertet und der durch das Moor gewonnene Lehm diente als Baumaterial. Sogar zur Keltenzeit wurden zur Glasherstellung und Eisenerzgewinnung schon Weißsande und Raseneisenerze aus dem Moor benutzt.

 

Auch kulinarisch ist die Moorniederung ein richtiger „Leckerbissen“. So findet man dort allerlei Wildkräuter. Zum Beispiel die Knoblauchrauke, die prima als Knoblauchersatz in der Küche verwendet werden kann.